Ein Comeback nach 33 Jahren und dann gleich der Sieg: Für Ingo Lukes aus der Para-Karate-Abteilung des SV Nordenham wurde der 5. September 2026 zu einem ganz besonderen Wettkampftag.
Beim 27. Sprotten-Wettkampf des Eckernförder Vereins Fuji-Yama wurde in diesem Jahr erstmals eine Para-Klasse im Kata-Wettbewerb angeboten. Ingo Lukes nutzte die Gelegenheit und stellte sich der Herausforderung.
Kata bezeichnet eine festgelegte Übungsform im Karate, bei der verschiedene Basistechniken zu einer festgelegten Abfolge verbunden werden. Dabei kommt es nicht nur auf die einzelnen Techniken an. Auch Rhythmus, Atmung, Gleichgewicht, Körperhaltung und die Konzentration auf den imaginären Gegner spielen eine wichtige Rolle.
In der Para-Klasse gingen insgesamt drei Starter an den Start, zwei Damen und Ingo. Im Modus „jeder gegen jeden“ absolvierte Ingo zwei Durchgänge. Für seinen Auftritt hatte er sich die Wado-Ryu-Kata „Seishan“ ausgesucht, die auch Bestandteil der Prüfung zum 2. Dan ist.
Bei Seishan wechseln sich schnelle Bewegungen mit kraftvollen, langsam ausgeführten Techniken ab. Für Ingo zahlte sich die intensive Vorbereitung aus. In beiden Durchgängen entschied sich die Mehrheit der fünf Kampfrichter für den Nordenhamer.
Damit stand am Ende fest: Ingo Lukes gewinnt die Para-Klasse und holt sich den 1. Platz.
Besonders bemerkenswert ist dieser Erfolg mit Blick auf seine lange Wettkampfpause. Seine letzten Wettkämpfe im Freikampf und in den Übungsformen hatte Ingo 1993 bestritten. Entsprechend groß war die Aufregung vor seinem Comeback. Auch organisatorisch musste er sich zunächst wieder an einige Veränderungen gewöhnen. So tragen die Starter heute zur besseren Orientierung für die Kampfrichter rote oder blaue Gürtel, unabhängig von ihrer eigentlichen Graduierung. Vor 33 Jahren wurden dafür noch farbige Bändchen am Gürtel befestigt.
Einen besonderen Dank richtet Ingo an seine beiden Trainer Holger Janssen, 6. Dan, aus Wilhelmshaven und Frank Miener, 4. Dan, aus Bremerhaven. „Ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen“, betont Ingo.
Sein Dank gilt außerdem dem ausrichtenden Verein Fuji-Yama Eckernförde und den vielen sichtbaren und unsichtbaren Helferinnen und Helfern. Besonders freut sich Ingo darüber, dass die Organisatoren die Para-Klasse erstmals in den Sprotten-Wettkampf aufgenommen haben.
Auch seine eigene Trainingsgruppe möchte Ingo nicht unerwähnt lassen. Der gemeinsame Einsatz, die gegenseitige Unterstützung und die Motivation innerhalb der Gruppe geben ihm immer wieder den Antrieb, weiterzumachen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. „Sie motivieren mich durch ihren Einsatz immer wieder, dabei zu bleiben“, sagt Ingo.
Für Ingo ist der Erfolg etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal in seiner Wettkampfkarriere steht er ganz oben auf dem Podest und darf einen 1. Platz feiern. Ein Comeback nach 33 Jahren, das besser kaum hätte laufen können.